5 Tipps zur perfekten Flachstrick Kompression
Für viele ist das Thema Kompressionsversorgung/-bestrumpfung verständlicherweise ein großes Thema nach der Diagnose Lipödem. Das war es auch für mich, daher gebe ich euch heute 5 Tipps für das Finden eurer perfekten Flachstrick Kompression.
1. Passform und Hersteller
Das Ausmessen ist das A&O und ist daher der Grundstein für eine gelungene Passform. Falls ihr noch ganz frisch im Thema Lipödem seid und andere Betroffene in eurem Umkreis kennt, tauscht euch aus, fragt nach dem Sanitätshaus o. ä. bei dem die Personen sind und wie ihre Erfahrungen waren. Falls ihr keinen Austausch haben könnt, fragt eure/n Facharzt/Fachärztin nach einem Tipp. Es ist super wichtig, dass ihr (vor allem bei der Erstversorgung) nicht den Kopf in den Sand steckt. Egal wie oft man schon gemessen wurde, es kann immer mal etwas nicht passen.
Sprecht mit der Person aus dem Sanitätshaus und schaut gemeinsam nach Lösungen. Auch die der Hersteller ist hier ein wichtiger Punkt. Ich würde zu Anfang erst einmal eine Kompression empfehlen, die nicht so starr ist und sozusagen einem Taucheranzug gleicht. Denn genau das war bei mir der ausschlaggebende Punkt, dass ich bei meinem neuen Anlauf besser klar kam und sie dauerhaft tragen konnte.
2. Ein- oder Zweiteiler
Ein weiterer extrem wichtiger Faktor ist, dass du die richtige Machart der Flachstrick Kompression herausfindest. Die einen kombinieren z.B. Oberschenkelstrümpfe mit Radler, die anderen lieber die Strumpfhose/Leggins. Keiner kann bestimmen, was das Richtige für dich ist, du musst das selbst herausfinden. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich eine Strumpfhose/Leggins bevorzuge, da hier zum einen keine Stoffschichten doppelt liegen (Überschneidung bei Zweiteilern) und sie in einem Rutsch angezogen wird. Der Vorteil liegt beim Zweiteiler darin, dass man die Knie- oder Oberschenkelstrümpfe auch mal ohne das obere Teil anziehen kann, wenn es z. B. der Kreislauf sonst nicht hergeben würde. Da du dich am besten kennst, wirst du sicher das richtige Modell finden.
3. Special Effects
Viele Kompressionsversorgungen haben – für mich sogenannte – Special Effects. Von offenem Schritt über Haftband bis hin zum Reißverschluss gibt es die unzähligsten Variationen, um die Kompression angenehmer bzw. individueller zu machen. Ich hatte Haftbänder bei meinen ersten Kompressionen, die mich allerdings eher aufgescheuert haben, anstatt den Stoff dort zu halten, wo er sein soll. Ob ein Reißverschluss oder andere Dinge Sinn machen, müsst ihr ausprobieren. Wenn euch diese Dinge dabei helfen euch wohler zu fühlen: go for it! Lasst euch da gerne beraten und fragt in eurem Sanitätshaus nach den verschiedenen Möglichkeiten. Auch hier gibt es sicherlich sehr viele Erfahrungswerte auf die man aufbauen kann. Und falls ihr etwas testet und es eure Erwartungen nicht erfüllt, weg damit. Hier ist meine Empfehlung: Weniger ist mehr. Ich habe zum Beispiel gar keine Sonderlocken. Dennoch kann das ein oder andere für dich hilfreich sein – probiert es aus!
4. Offen oder geschlossen
Die Frage bei den Füßen lautet offen oder geschlossen und ist auch eine persönliche Entscheidung. Ich kann euch nur aus meiner damaligen Erfahrung sagen, dass es oft dazu kommt, dass bei der geschlossenen Variante die Zehen vorne durchscheuern können. Zudem ist man etwas eingeschränkter, da man da im Sommer z. B. keine Flip Flops tragen kann. Da ich ein reines Lipödem habe, kann ich eine Legginsform tragen und habe diese Frage gar nicht mehr, aber als ich noch die Strumpfhose hatte, fand ich es immer angenehmer mit offenem Fuß. So kann man im Winter einfach Socken drüber anziehen und hat somit keine kalten Füße.
5. Bauchteil
Für mich ein weiterer und großer Faktor für euer Kompressions-Wohlbefinden. Wenn die Flachstrick Kompression in den Bauch(-speck) einschneidet, habt ihr im Alltag und auch beim Sport eine enorme Einschränkung. Es ist nicht nur wichtig, wie das Bauchteil abschließt (z. B. offenes Ende oder Haftband), sondern auch die Länge. Ich habe meine Kompression fast bis unter die Brust, da dann alles drin ist was rein soll und nichts rausrutscht. Auch hier habe ich kein Haftband, sondern ein sogenanntes offenes Ende. Hier musste ich mich auch selbst ran tasten, aber kann auch hier nur empfehlen: probiert es aus! Mir hat das offene Ende eine enorme Erleichterung gebracht und war der ausschlaggebende Punkt für meine perfekte Kompri!

„Und nun noch ein von Herzen gut gemeinter Rat: Gebt nicht auf!„
Es kann 1–2 oder auch 3–4 Versorgungen brauchen, bis ihr das Perfekte für euch gefunden habt. Und selbst dann kann es auch mal passieren, dass das ein oder andere mal wieder optimiert werden muss. Traut euch ran, probiert aus, lasst euch beraten und tauscht euch aus.
Der Weg zwickt hier und da vielleicht auch mal, aber er ist es wirklich wert. Denn das Tragen hilft mir Sommer wie Winter gegen die enormen Schmerzen und formt dabei gleichzeitig noch meinen Körper. Na, wenn das keine Win-Win-Situation ist.
Dieser Artikel ist in Kooperation mit medi entstanden.
Bilder: Michaela Kern
Wer bloggt hier: Vanessa Reins

Servus zusammen! Mein Name ist Vanessa Reins: Lipödemkämpferin, Otterliebhaberin und Perfektionistin. Seit meiner Diagnose 2014 bin ich selbst auf dem Weg zu einem neuen Ich, dass ich mit Sport und einer ordentlichen Portion Selbstliebe weiter forme. Mir ist es eine Herzensangelegenheit euch meine Erfahrungen, Tipps oder Ratschläge für euren Weg mitzugeben und euch dazu zu motivieren, euch mit in das Team #antischweinehund zu holen. Auf meinem Instagramprofil @rundundsportlich könnt ihr euch eure Motivationsration abholen. Ich freu mich auf euch!
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Bilder: Michaela Kern
Wer bloggt hier: Caroline Sprott

Caroline Sprott ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die sich in der Welt des Lipödems engagiert. Geboren 1989 in Bochum, lebt sie nun in Augsburg. Ihre berufliche Laufbahn begann als gelernte Mediengestalterin, und sie arbeitet hauptberuflich im Marketing.
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